Ein Moor mit Heidschnucken

Zwischen Tümpeln und Rohrkolben
Zwischen Tümpeln und RohrkolbenDer Seitenbruch bei Ernsthausen hat sich in den letzten Jahren wieder in eine einzigartige Moorfläche zurückverwandelt, die nun als Naturdenkmal ausgewiesen wurde. Klaus Klimaschka und Willy Becker beobachten regelmäßig das Biotop.

Zwischen Tümpeln und Rohrkolben
Vierbeinige Landschaftspfleger
Wespenspinne

Willy Becker und Klaus Klimaschka, die Vorsitzenden der NABU-Umweltgruppe Burgwald, freuen sich über den damit verbundenen Schutz für einen vom Aussterben bedrohten Biotoptypus. Sie sehen darin auch einen Erfolg ihrer langjährigen Renaturierungsarbeit. „Wir haben anfangs erst mal Kiefern Birken, Ohr- und Grauweiden entnommen, damit die gewünschte Vernässung wieder eintreten konnte“, berichtet der pensionierte Forstbeamte Becker.

Beim Herausdrehen der Wurzelstöcke mit Seilwinden wurden Rohbodenflächen abgeschürft, in denen offenbar noch Samen früherer Moor-Vegetation schlummerten. „Schon ein Jahr später war beispielsweise das Sumpfblutauge wieder vorhanden“, freut sich Klaus Klimaschka.

Seit 2007 begleitet das Planungsbüro Neckermann & Achterholt (Cölbe) das Seitenbruch-Moor mit wissenschaftlichen Untersuchungen. Eine Samenbank- und Vegetationsuntersuchung  fand statt, ausgewählte Teilflächen stehen unter botanischer Dauerbeobachtung. Erstes Ergebnis: „Die Bestände sind artenvielfältiger geworden und weisen höhere Anteile von Niedermoorarten wie Torfmoose und Seggen auf.“ Karpaten- und Moorbirke haben im Seitenbruch bei Ernsthausen einen ihrer westlichsten Standorte in Europa.

Eine wichtige Rolle bei der Pflege des Moorkomplexes spielen die Heidschnucken von Jürgen Krebs. Sie beweiden nach genau festgelegtem Plan (im Gutachten steht „Beweidungsmanagement“) zweimal im Jahr die Flächen zwischen den Tümpeln und wassergefüllten Schlenken, sorgen für eine kurzrasige Niedermoosvegetation und verhindern, dass erneut Gehölze aufkommen. Die Mitglieder der Umweltgruppe hoffen, dass stattdessen weitere Pflanzenarten aus der „Diasporenbank“ wieder hier und dort auftauchen.

Fotos: Karl-Hermann Völker